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Hintergrund

Text von Bob Osgood,
"Sets in Order - The official Magazine of Square Dancing"



Jeder sehnt sich danach, mehr über seine Vorfahren in Erfahrung zu bringen. Selbst der gewöhnlichste Amerikaner findet es aufregend, wenn ein Forscher seinen Stammbaum und sein Wappen ausgräbt, und dabei vielleicht einen König am Ende der Linie findet. Je weiter man seinen Stammbaum zurückverfolgt, um so spannender wird es. Hier ist eine nicht allzu weit zurückgehende Beschreibung vom Stammbaum des American Square Dance.

Tanzen ist die Älteste aller Künste. Nur noch eine andere Kunst, die Architektur, geht ähnlich weit in der Geschichte der Menschheit zurück. Aber Tanzen ist wahrscheinlich älter als der menschliche Versuch, für sich und seine Familie einen Schutz zu bauen. Wir wissen, dass primitive Stämme schon ausgezeichnete Tänzer waren, lange bevor sie sich damit befassten das zu bauen, was wir heute als Behausung bezeichnen würden. Tanzen war eine der schönen Künste, bevor es eine Kunst des Volkes wurde. Tanzen bestand in seiner Anfangszeit aus religiösen und rituellen Darstellungen (Imitation der Balz- und Reviertänze aus dem Tierreich?) und entwickelte sich nur sehr langsam zu einer Freizeitbeschäftigung. In der Geschichte der Menschheit ist es noch gar nicht so lange her, dass jeder der es wollte, sich zu einem Tanz gesellen konnte. Für Frauen gab es jedoch eine grosse Anzahl von Tänzen, bei denen ihre Teilnahme nicht gestattet war, ja es gab sogar einige Tänze, die sie nicht einmal sehen durften.

Historisch gesehen hatte das Tanzen im alten Griechenland seinen Tiefpunkt. Es galt dort als eine unfeine Betätigung. Aristoteles soll gesagt haben : Kein Bürger soll sich auf diesen Gebieten (Musik und Tanz) betätigen, sondern dies den Sklaven, Freigelassenen und Fremden überlassen. Der grosse Römer Cicero sagte : Keiner tanzt, es sei denn, er sei betrunken oder geistig verwirrt. Obwohl im 15. Jahrhundert das Tanzen in Italien wieder in Mode kam, gilt Frankreich als das eigentliche Mutterland dieser Kunst. Viele Tanzbezeichnungen weisen auf eine französische Verbindungen hin, auch im Square Dance. Bezeichnungen wie dos-a-dos, was so viel wie Rücken-an-Rücken bedeutet, und allemand sind eindeutig französischen Ursprungs.

Für eine so kleine Studie wie diese haben wir weder die Zeit noch den Platz, um sehr weit in die Vergangenheit zurück zu gehen. Entscheiden wir uns deshalb dafür, die letzten 500 Jahre zu betrachten. Zunächst sollten wir das Wirrwarr der vielen winzigen Zweige herausschneiden, damit wir den eigentlichen Ästen des Stammbaumes besser folgen können. Kürzen wir daher unsere Geschichte auf das Wesentliche.

Zuerst noch ein paar Anmerkungen über die Hauptautorin. Niemand ist besser dafür geeignet Euch durch die faszinierende Vergangenheit des Square Dance zu führen als die Autorin Dorothy Stott Shaw. Mrs. Shaw und ihr Ehemann, Dr. Lloyd "Pappy" Shaw, waren in ihrem Zuhause in Colorado Springs über viele Jahre hinweg eine Anlaufstelle für alle Square Dance Lehrer, die Anleitung und Ansporn suchten und mehr über die Philosophie und Geschichte des Square Dance erfahren wollten. Für diese Seiten hat Mrs. Shaw aus ihrem unendlichen Wissensschatz nur die ganz besonderen Juwelen herausgesucht. Sie und auch wir hoffen, dass diese dazu beitragen, Eure Freude an dieser grossartigen Betätigung zu steigern.


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Home Index Nächste Seite Erstfassung: 25. Juni 1999, Letzte Änderung 14. Januar 2025