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Last Update: 7-dec-97
EAASDC
Bulletin 12/97 Jiri Scobak, Karolina Bratislava, President of CSCTA
| Our SD-hosts are very often surprised,
when dancers from Slovakia or the Czech republic prefer to sleep on the
ground all together in one room. ("Thank you, we don´t need
a bed..."). But this behavior is typical for "tramping",
a style of life common in our countries for nearly a hundred years. As
this behavior is a little bit strange in Western Europe, II decided to
write some words about it.
Tramping as a movement came to our countries before World War I. from Canada, where some people went to the Northwest not to search for gold, but only to live at ease in the pure nature. In our conditions people could escape from cities on weekends only. They went into the forest, built small cottages or weekend houses or slept simply out in the open. They loved the morning fogs in the woods, the sparks of the camp fire in the night, the smell of the resin and needle trees growing on the stony banks of the rivers. They were glad to meet like-minded people and became best friends with many of them. Later in the communist era, there was, this "weekend style of life", the only possibility to escape from the gray days of the "real socialism". Most of our people, at least sometimes, used to tramp in the nature and find it very highly. Tramping stays a symbol for life in nature, modesty, friendship and companionableness. The first SD-Clubs in former Czechoslovakia originate from these tramping groups. In spite of the communist rulers, they learned country dances and sometime in the late eighties they got to know Square dancing. Most of our dancers still have tramping deep in their blood. They keep this kind of life alive, of cause, except for the clothing, as far as possible. That´s the reason why you cannot find lists of hotels in our flyers for special dances - it is a common practice to sleep all together in the hall in sleeping bags. Except of economic advantage you can enjoy the magic of being in contact, all together, singing songs with guitar, telling stories, playing some games or only listening and relaxing. You get to know the people, with whom you stay in a square, from other sides, from other points of view. A dancing event, where all the dancers after the last "Thank you" escape to their hotel rooms, would be (not only for me) a little bit impersonal and formal. The lack of possibilities to chat and gossip with friends deep into the night wouldn´t make me happy. As a caller, I can (or maybe have to) sleep comfortably in a hotel bed, but I always prefer the simple place in a sleeping hall, staying loyal together with the dancers. I am not alone with this feeling - without this possibility it would be an empty place in our hearts. I hope you understand now, better, why we stay faithful to our sleeping bags. Translation from Czech language: Frantisek Vlcek Frankfurt am Main, Germany |
Oft waren unsere SD-Gastgeber überrascht,
wenn wir, Gäste aus der Slowakei oder aus Tschechien, erklärt
hatten, daß wir kein Bett zur Übernachtung brauchen, sondern
uns einfach mit einem Schlafplatz auf dem Boden alle in einem Raum zufriedenstellen.
Diese Art von Übernachtung ist aber typisch für Tramping, einem
Lebensstil, der in Tschechien und teilweise auch in der Slowakei seit mehr
als 80 Jahren sehr verbreitet ist, in Westeuropa aber eher unbekannt zu
sein scheint. Deswegen möchte ich hier ein paar Worte darüber
schreiben.
Tramping verbreitete sich in unseren Ländern schon am Anfang dieses Jahrhunderts. Der Ursprung stammt von den ersten Pionieren, die nach dem Westen von Kanada zogen, nicht etwa um Gold zu suchen, sondern des einfachen Lebens in der Natur wegen. In einem dicht bevölkerten Land wie dem unsrigen konnten die gestreßten Leute die Naturnähe nur im Wald suchen. Dorthin flüchteten sie am Wochenende, bauten sich einfache Holzhütten, oder schliefen unter dem freien Himmel. Sie verliebten sich in die Funken des Lagerfeuers, in den morgigen Nebelschleier, in die nach Harz und Baumnadeln duftende Frischluft der Wälder, die die steinigen Ufer der Flüsse säumten. Sie trafen gerne gleichgesinnte Leute, mit denen sie feste Freundschaften knüpften. Später, in den kommunistischen Zeiten, stellte diese Lebensweise eine willkommene Fluchtmöglichkeit vor dem öden Alltag des realen Sozialismus dar. Mindestens zeitweise wanderte fast jeder bei uns als Tramp durch die Wälder und hat dazu eine positive Einstellung. Tramping ist immerhin ein Symbol für Naturnähe, Bescheidenheit, Freundschaft und Geselligkeit geblieben. Die ersten SD-Clubs sind bei uns eben aus diesen Tramping-Gemeinschaften entstanden. Dort wurden, dem Regime zum Trotz, die Country Tänze verbreitet und Ende der 80 Jahre auch Square Dance. Der Mehrheit der Tänzer ist Tramping vertraut und sie versuchen weiterhin, die Reste dieser Lebensweise zu pflegen. Wenn man schon in der Tramping-Kleidung nicht mehr tanzen kann, kann man immer noch die freundschaftliche Geselligkeit genießen, zu der auch die einfachste, aber gemeinsame Unterkunft mit Schlafsack oder Luftmatraze gehört. Deswegen findet man in den Flyers zu unseren Specials keine Hotel-Listen. Die Übernachtung in der Halle im Schlafsack ist selbstverständlich, und zwar nicht nur aus finanziellen Gründen. Es ist der Zauber des Beisammenseins, wo die Gitarre und Gesang dazu gehören, aber auch kleine Spiele und Erzählungen, Witze, Klamauk und einfach so richtige Entspannung. Wer müde ist, kriecht einfach in seinen Schlafsack rein - ohne zu motzen, daß die Afterparty weiterläuft. Man erfährt, wer gerne länger schläft, was die Leute, mit denen man so oft im Square steht, am frühen Morgen für Augen haben, welchen Pyjama das sympathische Mädchen von dem XY-Club trägt, oder daß der schüchterne Junge da eigentlich witzige und nicht so schüchterne Lieder singen kann - man lernt einfach die Tänzer von vielen anderen Seiten kennen. Ein Tanzabend, wo die Leute nach dem letzten "Thank you" schnell in ihren Hotelzimmern verschwinden, kommt mir, und sicherlich der Mehrheit unserer Tänzer, unpersönlich und unfreundlich vor. Die Möglichkeit, mit den Freunden zu bleiben, zu tratschen und lange in die Nacht zu plaudern, würde mir fehlen, obwohl ich als Caller im Bett schlafen und ausruhen könnte (und sollte). Mit diesem Gefühl stehe ich nicht alleine da - ohne diese Möglichkeit wäre ich um ein Erlebnis ärmer, es würde mir etwas fehlen. Ich hoffe, ihr versteht jetzt ein wenig besser, warum wir weiterhin unseren Schlafsäcken treu bleiben. Übersetzung aus dem Tschechischen: Frantisek Vlcek, Bernemer Sqeezers, Frankfurt am Main |