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European Association
of American Square Dancing Clubs e.V.

 
Friendship is Square Dancing's greatest reward
      
 

 
   

EAASDC-Bulletin Februar/März 2011

European Newsletter

    

Square Dance in Frankreich

Es war seit vielen Jahren nicht einfach, in Frankreich einen Modern Western Square Dance Club zu finden. Diese Art des Tanzens hat sich in Frankreich nicht so etabliert wie in Deutschland oder Skandinavien. Während es in anderen Ländern die amerikanischen Militärbasen waren, die zur Verbreitung betrugen, war es die Politik von General de Gaulle, diese amerikanischen Basen zu schließen.

Wenn ich mich nicht täusche, dann habe ich Zeitungsausschnitte von „Special Dances“ gesehen, die im Paris der 60er Jahre stattfanden und viele hundert Tänzer anzogen. Einige Caller, die schon länger dabei sind, könnten davon sogar etwas erzählen.

Als ich 1986 das erste Mal versucht habe, einen Square Dance Club zu finden, habe ich zwei Jahre gebraucht bis ich erfolgreich war. Das war natürlich zu einer Zeit, als es noch kein Internet gab.

Durch einen glücklichen Zufall traf ich jemanden, der einige Square Dancer in einer Pariser Vorstadt kannte und entdeckte dadurch eine kleine Gruppe, die eine Handvoll Tänze auswendig gelernt hatte um Demos zu machen. Nachdem ich mit dieser Gruppe einige Wochen getanzt hatte, sagten mir die Gruppenleiter, ich solle doch an den Montagen mit ihnen mit nach Paris kommen, wo sie richtigen Square Dance tanzen würden, so wie es überall in der Welt getanzt würde.

Ich fuhr dann nach Paris und tanzte mit dem einzigen Club in Frankreich „Paris Calling“. „Paris Calling“ bestand aus ungefähr zwei Squares wenn am Clubabend viele da waren. Etwa die Hälfte der Mitglieder tanzte auch mit der anderen Gruppe, die aber noch kein Club waren und später zu den „Rabbits and Doves“ wurden. Die „Rabbits and Doves“ tanzten nach Platten, während „Paris Calling“ Roy Mann als Caller und Gründer hatten.

In den 1980ern gab es daher nur diese zwei Clubs in Frankreich, beide nahe Paris. Der dritte Club entstand mit den „Quest Paris Swingers“. Ich lebte ca. 30 km westlich von Paris und ich beschloss, es mit dem Unterrichten zu versuchen. Der Club existierte nicht „offiziell“. Wir hatten keinen Schriftführer, keinen Kassier und nicht einmal einen Präsidenten. Wir hatten nur einen Übungsleiter und einen Namen. Und im zweiten Jahr hatten wir sogar ein Logo.

Ein paar Jahre nachdem ich begonnen hatte zu unterrichten, kontaktierte mich eine Dame aus Südfrankreich, die viele Jahre zuvor Square Dance in Amerika gelernt hatte. Sie war dabei, ihren eigenen Club in Cagnes-sur-Mer aufzubauen und fragte mich um Rat. Kurz danach entstanden die „Funny Fish“.

Nicht viel später wurde ich von einer anderen Dame kontaktiert, die Jahre zuvor einen “Western Show Club“ gegründet hatte, der allerdings etwas eingeschlafen war. Sie suchte nach jemandem, der den Club wiederbeleben könnte und wollte, dass ich dort Square Dance unterrichte. Sie kannte den „Modern Style“ nicht, hatte vorher nur mit „Old Fashion“ Tänzen gearbeitet. Vom „Modern Style“ war sie ganz begeistert und das führte dazu, dass der „American Club 78“ wieder auf die Beine kam und Square und Line Dance anbot.

Der amerikanische Clubpräsident zog dann um in die Bourgogne und nahm den Clubnamen mit. Die Mitglieder, die zurück blieben, wollten aber weitermachen und gründeten die „Lucky Boots“.

Der „American Club 78“ hatte in der Bourgogne keinen leichten Start. Letztendlich waren die Anstrengungen, das Ganze fortzuführen, aber nicht vergeblich. Dank der Arbeit von Claude und Anita sprang der Funke doch auf einige Leute über und seither gibt es zwei Clubs im Burgund. Die „Circling Snails“ (Nordburgund) und die „Funny Square 71“ (Südburgund).

Ungefähr zu der Zeit, als sich diese Clubs formierten, entschied einer meiner Students, dass er auch mithelfen wolle, die Aktivität in Frankreich weiter zu verbreiten. Er hatte Caller Kurse besucht und gründete die „Leaping Frogs“ und die „Shooting Stars“. Er gab auch Kurse für einen Country/Line Club nahe Euro Disney, aber das war zu weit weg, um das regelmäßig fortzuführen.

Dieses Jahr ist auch ein neuer Club in Cagnes-sur Mer entstanden, die „Rainbow Diamonds“.

Vor kurzem entdeckte ich eine Dame, die Square Dance nur mit den verfügbaren Webseiten im Internet lernt. Sie hat ihre eigene Choreographie entwickelt und hat eine Gruppe dynamischer Mitstreiter. Sie tanzen zur Zeit meistens nur um Demos zu machen, aber nach unserer E-Mail Kommunikation zu schließen, ist sie auch sehr interessiert daran, „richtiges Callen“ und die moderne Choreographie zu lernen. Ihre Gruppe tanzt in der Nähe von Bordeaux. Vielleicht werden wir in dieser Gegend in ungefähr einem Jahr oder so auch einen neuen Club haben.

Ich habe auch mitgeholfen, in der Gegend Champagne/Ardennen ein Event zu organisieren. Die Teilnehmer hatten große Lust, das Ganze zu wiederholen. Ich hoffe, wir können ein großes Special in dieser Gegend auf die Beine stellen und die Einheimischen motivieren, ebenfalls einen Club zu gründen. Wir könnten dann eine „Square Dance Tour de France“ anbieten über die Champagne, Burgund, Riviera, Bordeaux, Paris … mit einer möglichen Erweiterung in der Bretagne und im Norden.

Thomas Mackler opswingers(at)free.fr

Übersetzung: Claudia Burger

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