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European Association
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EAASDC-Bulletin März 2011

Leserbrief

Lachen, bis der Arzt kommt?

Antwort auf den Leserbrief von Thomas Barth "Was bedeutet Spaß beim Square Dance"

Helmut Reitz, Lake-City-Dancers Haltern am See

Die gute Nachricht zuerst: Der Schreiber sagt frank und frei, was er beim Square Dance mag und was nicht. Man weiß also, woran man bei ihm ist.

Das ist leider das einzig Positive.

Für diejenigen, die sich an den Inhalt seines Briefes nicht mehr genau erinnern, hier die wichtigsten – und fragwürdigsten – Aussagen (englische Übersetzung in der Regel vom Original).

Thomas Barth sagt über sich: Er …

  • ist ein Faxenmacher.
  • ist laut.
  • zeigt sein Vergnügen durch lautes Lachen und übertrieben kraftvolle Bewegungen.
  • findet, dass lautes Lachen nicht nur akzeptiert, sondern erwünscht ist;
  • denn nur dann hat man Spaß.
  • hat die Mission, die anderen Tänzer zu bespaßen – bis sie lachen.
  • droht, er kriegt sie alle.
  • ist am Gesang des Callers nicht interessiert.
  • hat kein Verständnis dafür, dass Tänzer dem Gesang des Callers zuhören möchten
  • solche Tänzer sollten sich lieber zuhause eine CD anhören.
Diese Aussagen sprechen für sich. Was für eine Mission! Die "Ungläubigen" sollen also bekehrt werden, egal ob sie wollen oder nicht, Spaß à la Thomas zu haben.

Und genau da hört der Spaß auf. Schlimm genug, dass Spaß mit lautem Lachen gleichgesetzt wird, dass ein lautes "Yeehaa" beim Scoot Back den nächsten Call (z.B. Star Thru) übertönen könnte, dass ein Tänzer Faxen machen muss, um Spaß zu haben – das Grundübel geht weit darüber hinaus.

  1. Thomas möchte andern Tänzern vorschreiben, wie sie Spaß haben und wie sie ihn zeigen – notfalls mit "Gewalt". Dass man durchaus Spaß am Tanzen haben kann, ohne permanent zu lachen, will (kann?) er nicht verstehen. Das Gefühl der Zufriedenheit, wenn der ganze Square eine knifflige Choreografie gemeistert hat, erfüllt die Tänzer mit Freude. Warum laut lachen? Thomas setzt leider immer wieder Lächeln mit Lachen gleich. Und warum nicht konzentriert – nicht: ernst! – sein, wenn vielleicht etwas schwierig ist?

  2. Thomas ignoriert völlig, dass es Square DANCING heißt – es geht um TANZEN, nicht um Faxenmachen, nicht um lautes Lachen. Tanzen zum Beat schöner Musik, zum Gesang des Callers, der mit Bedacht seine Singing Calls auswählte in der Hoffnung, dass die Tänzer die Musik und seinen Gesang mögen. Dass Thomas solche Tänzer am liebsten nach Hause schicken möchte, ist nicht zu fassen. Sein "Natürlich sollt ihr dabei die Rücksichtnahme nicht vergessen" kurz vorher hat offensichtlich nur Alibifunktion.

  3. Thomas rechtfertigt seine Einstellung mit zwei Dingen, die er leider falsch interpretiert:
  • Das erste ist die 4.Kerze bei der Graduation. Obwohl er im ganzen richtig zitiert ("…Einstellung, den Abend zu genießen und zum Vergnügen [auch: Freude] der andern beitragen…") klammert er sich an den Begriff Spaß ("fun"), stellt seine Auffassung von "Spaß" dar, zitiert Wikipedia, um uns dann schließlich zu sagen, wie sich Tänzer verhalten sollen – das ist sicher nicht gemeint mit "große Freude am Tanzen sollte euer Ziel sein."

  • Zweitens: Sein Clubname – "Jester Dancers" – muss als Rechtfertigung herhalten. Hier hätte ein Click bei Wikipedia geholfen: "Ein 'jester" … war jemand, der angestellt war, um Witze zu erzählen und für allgemeine Unterhaltung zu sorgen, üblicherweise von einem … Monarchen." Wir sind aber nicht bei Hofe, und wir brauchen auch keinen Narren, der Witze erzählt und für die allgemeine Unterhaltung sorgt.

Thomas, lass uns doch einfach tanzen – und versuche zu verstehen, dass wir Tanzen, Musik und Gesang genießen möchten, ohne laut zu sein; dass wir Freude empfinden und zeigen können ohne laut zu lachen, und dass wir auf keinen Fall von einem Narren "bespaßt" werden möchten, bis wir lachen.

Wie schon gesagt: Es geht um SQUARE DANCING.

Editor: ein bisschen hart geht Helmut mit dem Artikel von Thomas um, aber es gilt Meinungsfreiheit für alle Beteiligten. Es geht hier um den im Bulletin Februar auf Seite 69 abgedruckten Artikel. Die Grafik die dort bewusst neben der Überschrift abgebildet ist, hat bei mir den Dateinamen „lachender Kobold“ und am Ende des Artikels steht mit Absicht eine Grafik mit einem Block von ganz unterschiedlichen Emotionen. Beide Grafiken hat der Editor reingesetzt, weil er ähnliche Gedanken hatte wie Helmut. Man weiß nicht wie es gemeint ist, man kann es als humorvoll empfinden, als Satire oder als sehr befremdlich, aber es stehen auch Wahrheiten drin. Jedenfalls kann man Thomas nicht absprechen, dass ihm der Square Dance am Herzen liegt und dass er ihn weiterentwickeln möchte - ob er da immer richtig liegt mit seinen Vorschlägen und Gedanken ist eine andere Sache. Aber das diskutieren wir ja gerade…… Ich selbst tendiere auch eher zum dem Emotionstyp mit den hochgezogenen Augenbrauen und offenem Mund. Und ich weiß auch nicht, ob Thomas der Schalk im Nacken sitzt, oder ob er es bierernst mit dem Spaß meint.

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