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European Association
of American Square Dancing Clubs e.V.

 
Friendship is Square Dancing's greatest reward
      
 

 
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EAASDC-Bulletin September 2011

EAASDC President‘s Letter

President
Wolfgang Daiss
Tel: +49 179-7642598
Opens window for sending emailpresident(at)eaasdc.eu

Liebe Mitglieder,

unser gemeinsames Hobby hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten verändert und das ist zuerst mal ein ganz normaler Vorgang, der sich überall auf dieser Welt zeigt. Dass dabei einige menschliche Aspekte in den Hintergrund rücken, will ich heute nicht aufzeigen. Es geht mir mehr um die Zukunft und die Gewinnung neue Tänzer, die auch langsam in unserem Verband ein Thema wird. Andere Verbände haben dieses Problemfeld schon seit längerer Zeit, egal ob in den USA oder Europa. Dieser Punkt war auch ein Gesprächsthema beim letzten Präsidenten-Meeting der europäischen Verbände in Barmstedt und wir haben beschlossen, ein gemeinsames Komitee zu bilden, in dem ein Erfahrungs-Austausch, sowie Ideensammlungen über die Gewinnung von neuen Tänzern stattfindet. Auch in Japan wurde festgestellt, dass die in den vergangenen Jahren steigende Anzahl an Tänzern aller Clubs inzwischen bei 15.000 stagniert (Details der dort durchgeführten Erhebungen und Auswertungen werde ich bei meinem Besuch erfahren und besprechen).

Wenn wir die EAASDC Entwicklung betrachten, so haben wir zwar nach wie vor eine Zunahme an Clubs zu verzeichnen, jedoch geht damit auch eine Zunahme an Tänzern einher? Statistische, aktuelle Zahlen liegen uns nicht vor und wir hoffen, durch unseren bald zur Verteilung kommenden Erhebungsbogen mehr Informationen zu bekommen, die uns hoffentlich wertvolle Erkenntnisse und Ansätze für die Zukunft geben.

Bis dahin verbleiben einzelne Eindrücke und Schlussfolgerungen aus meinem persönlichen Umfeld und Erfahrungsbereich, von denen ich mal ein paar aufzählen möchte, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und auch nur auf die Tanzart Square bezogen.

  1. Classes für neue Tänzer.

    Vor vielen Jahren haben wir uns überlegt, ob wir, aufgrund eines Frauenüberschusses, nur Paare für Classes zulassen sollen. Die nächste Stufe der Überlegungen war, ob wir unter 8 Interessenten eine Class durchführen sollen. Heute stellen sich beide Überlegungen nicht mehr, da wir teilweise Classes mit 2-3 Interessierten durchführen, bevor es gar keine gibt.

  2. Wieviel Tänzer/Mitglieder braucht ein Club?

    Nach meinen Erfahrungen braucht ein schon länger existierender Club mindestens die doppelte Anzahl an Mitgliedern, um die entsprechende Anzahl von anwesenden Tänzern an einem Clubabend zu haben. Wenn wir also eine durchschnittliche Anzahl von 20 Mitgliedern eines Clubs ansetzen, so bedeutet dies, dass dieser Club gerade mal einen Square zum Tanzen hat.

  3. „Clubtreue Tänzer“

    Kamen bis vor 20 Jahren die meisten Tänzer regelmäßig zu ihrem Mainstream Club zum Tanzen, so ist dies heute nicht mehr der Fall. Die Gründe dafür sind vielschichtig und teilweise auch eine Entwicklung der Gesellschaft und des zunehmenden, vielfältigen Freizeitangebots, sowie persönlicher Interessenslagen.

  4. In unserem Hobby hat sich das Angebot ebenfalls gewaltig verändert. So gibt es inzwischen viel mehr Clubs, viel mehr Specials, viel mehr Tanzprogramme (Levels) und viel mehr workshops. Das Angebot ist also insgesamt größer geworden und die geographischen Distanzen zur Realisierung dieser Angebote haben sich ebenfalls verringert. Die Anzahl von neuen Tänzern ist aber verhältnismäßig zur Vielfalt der Angebote und in den letzten Jahren nicht gleichmäßig mitgewachsen. Dies bedeutet wiederum, dass einerseits Tänzer durch die Programme „nach oben“ wechseln, aber „von unten“ nicht in gleichem Maße Tänzer nachkommen. Ergebnis: In den unteren und mittleren Programmen entstehen Lücken, die den Clubs, die diese Programme tanzen, an die Existenz gehen.

  5. Es gibt, nach meiner Meinung und pauschaliert betrachtet, inzwischen drei „Gruppen“ von Tänzern (die nachfolgend erwähnte Clubtreue bezieht sich auf das Tanzen in MS-Clubs):
  • Die Gruppe derjenigen, die die technische Anforderung der Programme in den Vordergrund stellen. Da es aber weder Clubs gibt, die von Basic bis C-4 alles anbieten, noch eine homogene Tänzergruppe, die diese Programme von Anfang bis Ende gemeinsam bewältigt, erfolgen entsprechende Wechsel und geringe Clubtreue.

  • Die Gruppe derjenigen, die den tänzerischen Aspekt über den technischen stellen. Ihre Clubtreue kann pauschal als „durchschnittlich“ betrachtet werden, da ihr Anspruch unabhängig des Programms erfüllt werden kann.

  • Die Gruppe derjenigen, die den Aspekt der Gemeinschaft bei der Ausübung unseres Hobbies in den Vordergrund stellen. Hier stehen, neben der körperlichen Bewegung, vor allem die menschlichen und kulturellen Aspekte im Vordergrund, perfektes Styling oder technischer Anspruch gehören nicht zu ihren Ansprüchen. Ihre Clubtreue ist ausgeprägt hoch.

Die Liste lässt sich noch beliebig fortsetzen und soll eigentlich nur ein Anstoß sein, um uns Gedanken zu machen, wohin die Zukunft unseres Hobbies führt, wie wir darauf Einfluss nehmen wollen und können und wie wir neue Tänzer gewinnen können. Ich würde zu diesem Zweck gerne eine Arbeitsgruppe in der EAASDC einrichten, die sich mit den Bedürfnissen, der Entwicklung und der Werbung für alle unsere Tanzarten befasst und würde mich freuen, wenn sich einige Interessierte bei mir melden. Also, wenn ihr Zeit, Lust und gute Ideen habt und gerne in einem Team von ehrenamtlichen Helfern mitarbeiten wollt, sendet mir einfach eine Email.

Grüßle

Wuffi

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