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European Association
of American Square Dancing Clubs e.V.

 
Friendship is Square Dancing's greatest reward
      
 

 
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EAASDC-Bulletin September 2011

Square Dance Regeln

Set Squares

Norbert Lindermayr, Dip-N-Divers München

Als aufmerksamer Zuschauer aber auch als Tänzer kann man immer wieder beobachten, dass an Clubabenden, bei Spezial Dances und bei Jamborees bestimmte Square Dancer "SET SQUARES" bilden. Dieses Phänomen tritt in bestimmten Regionen oder Städten mehr oder weniger stark: in Erscheinung, ist jedoch nicht auf spezifische Veranstaltungen beschränkt. Insbesondere bei PLUS und Advanced-Wochenenden konnte ich diese Erscheinung immer wieder beobachten.

SET SQUARES sind solche Squares, bei denen acht Tänzer schon vorher vereinbaren, miteinander zu tanzen, oder Squares, die sich nach einem Tip nicht auflösen, sondern bei denen die Tänzer über mehrere Tips oder sogar den ganzen Abend zusammen tanzen.

Einmal sich für einen Square zu verabreden oder nach einem Tip, der gut gelaufen ist, noch einen weiteren in der selben Konstellation zusammenzubleiben, ist in Ordnung; es sollte jedoch nicht zur Regel werden. Wenn bestimmte Tänzer aber immer wieder SET SQUARES bilden bzw. 3, 4, 5 oder mehr Tips ständig zusammen tanzen, ist dies eigentlich schade und verstößt darüber hinaus gegen die allgemeinen Square Dance-Regeln. Den hier grenzen sich bestimmte Tänzer gegen andere ab. Sie bieten den übrigen Tänzern überhaupt keine Möglichkeit mit ihnen zu tanzen.

Das Schöne am Square Dance im Allgemeinen und an einem Spezial Dance bzw. einem Jamboree im Besonderen ist doch, mit Tänzern von anderen Clubs (ggf. sogar aus anderen Ländern) zu tanzen, alte Bekannte zu treffen und neue Leute kennenzulernen. Bekanntschaften zu machen und Freundschaften zu schließen, ist doch eine tolle Sache. Wie heißt es doch so schön im Lied vom Friendship-Ring: "...remember that a stranger – is just a friend to be ...." Aus Fremden werden Freunde!! Freundschaft ist doch eine elementare Säule des Square Dance.

Wenn ich auf einer SD-Veranstaltung immer nur mit den eigenen Klubmitgliedern (bzw. mit denselben Leuten) im Square bin, ist mir dies alles nicht möglich. Mit den Klubmitgliedern bin ich doch das ganze Jahr über zusammen und habe reichlich Gelegenheit mit diesen an den Clubabenden zu tanzen.

SET SQUARES fallen auch anderen auf. Bemerkungen wie z.B. "Ah, die von dem Club tanzen immer zusammen ..." oder "...die sind sich wohl zu gut mit anderen zu tanzen" könnten nicht nur ein schlechtes Bild auf die betreffenden Tänzer sondern auch auf deren Club ganz allgemein werfen.

Noch ein weiterer Gesichtspunkt: Gerade wenn sich bessere Tänzer zu einem SET SQUARE verabreden und stets zusammen tanzen, ist dies den anderen schwächeren Tänzern gegenüber einfach unfair. Wenn z.B. an einem Clubabend nur die guten Tänzer Squares bilden, blieben die schlechten meistens chancenlos.

Jedoch bei einer "gesunden Mischung" kommen i.d.R. alle einigermaßen gut durch und haben ihren Spaß. Eine andere wichtige Säule des Square Dance ist doch der Spaß und die Freude am Tanzen und nicht der Ehrgeiz.

SET SQUARES können auch ein Zeichen von Egoismus und Intoleranz sein: "Hauptsache, der eigene Square läuft. Was andere machen, ist UNS egal!" oder "Hauptsache, ich kann mit den Leuten tanzen, die mir sympathisch sind und die ich mag!"

In so vielen Bereichen des menschlichen Lebens bleibt oftmals die Toleranz auf der Strecke. Vielleicht sollten wir versuchen, in der Freizeit bei unserem Hobby ein bisschen toleranter zu sein. Die anderen sind bestimmt dafür dankbar. Wer über diese Thematik einmal nachdenkt, kommt vielleicht auch zu der Auffassung, dass es besser ist, auf SET SQUARES zu verzichten.

Bei einem gemischten Programm (Squares & Rounds) sind die Möglichkeiten SET SQUARES zu bilden von vornherein erheblich eingeschränkt. Gerade bei Square Dance Workshops aber auch bei reinem Square Dance Programm sind zwischen den Tips oftmals Pausen von 5 - 10 Minuten, die sinnvoll - ggf. auch zum Entspannen - mit Round Dance gefüllt werden könnten.

Nachdruck aus Bulletin

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