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Der Country Dance

Text von Dorothy Shaw


Unser Diagramm zeigt zwei grosse Bäume, der Einfachheit halber etwas gestutzt. Wie es aber bei allen Bäumen die nebeneinander wachsen der Fall ist, haben sich die obersten Zweige so ineinander verschlungen, dass es manchmal unmöglich ist zu sagen, welcher Ast zu welchem Baum gehört.

Von einem bestimmten Winkel sieht es z.B. so aus, als ob der Moriskentanz durch und durch englisch ist. Von einem anderen Blickwinkel aus führt er nach Spanien zurück. Zusammen mit französischen Tänzen scheint er mit den grossen spanischen Kirchentänzen verbunden zu sein, und die spanischen und französischen Kirchentänze spiegeln ihrerseits die englischen Kirchentänze wider. Über die Jahrhunderte pendelten sie zwischen den Ländern hin und her, bis ein feines Gewebe entstand, das einfach nicht mehr aufgelöst werden konnte.

Wie Ihr wisst, wurden die Vorläufer unseres Square Dance in der Kirche getanzt. Bis ins 16. Jahrhundert hatte jede Kirche in England ihre eigene Gruppen von "Morece dawnsers", die mit Kostümen und Glocken vom Kirchenvorsteher ausgestattet wurden. Diese Tanzgruppen waren Bestandteil des Gebetes, da das Tanzen schon immer tief im Herzen der Menschen verankert war. Von den Puritanern wurden diese Tanzgruppen schliesslich aus den Kirchen vertrieben.

Lange bevor Elizabeth I. Königin von England wurde, sind diese Tänze aus Spass getanzt worden. Ein Mann und sein Mädchen gingen zusammen auf die Dorfwiese und trafen dort ihre Freunde und Mitbürger und tanzten stundenlang dieselben einfachen Figuren, die ihr auch kennt, zu Melodien, von denen man heute noch einige in den Square Dance Hallen hört.

Wenn ihr an einem langen und lauen Sommerabend wie durch Zauberei auf die Dorfwiese einer englischen Stadt des 16. Jahrhunderts versetzt werden könntet, dann würdet ihr vielleicht eine einzelne Flöte hören, welche die bezauberndsten und singbarsten Melodien spielte. Während ihr noch von der Musik fasziniert seid, findet ihr euch zusammen mit eurem Partner in einem grossen Kreis aus Paaren wieder. Ihr macht ein "forward and back" mit dem Paar rechts, dann "circling three" nur mit dem Herrn und dann nur mit der Dame, und langsam beginnt ihr zu verstehen und macht auf einmal eine Reihe von "Dixie chains" zu dritt im Kreis. Die Schritte werden, anstelle des schlürfenden Ganges, durch das Auf- und Abwippen beim Gehen etwas ungewohnt sein, aber ihr werdet euch ganz wie zu Hause fühlen, da ihr erkennt, dass das alles wie Western Square Dance ist, nur im Kreis getanzt. Wenn ihr nach der Melodie fragt, zu der einige singen, werdet ihr erfahren, dass es sich um das Lied Rose is White and Rose is Red handelt, und wenn euer Hintergrundwissen über die englische Geschichte gut ist, werdet ihr wahrscheinlich annehmen, dass dieses Lied auf den "Krieg der Rosen" zurückgeht, als die weisse Rose von York und die rote Rose von Lancaster um England kämpften.

Noch bevor ihr die Gelegenheit hättet darüber nachzudenken, steht ihr mit einem anderen Paar in einem kleinen Square Dance Karree. Zwei Paare in einem Square Dance? Nun, warum denn nicht? Nehmt zwei zusammen und ihr habt einen Square. Was für eine liebliche Musik! Versucht es! "Sashay four steps to the left" - aber wir hüpfen und gleiten nicht!

Das macht Spass! Nun verlieren wir uns in einer Reihe von, wie sie es nennen, "rises" und dann "swing the opposite girl", und plötzlich verstehen wir gar nichts mehr. Aber nur ein paar Sätze weiter machen wir den alten "Spanish Circle". Wir sind ganz glücklich und tanzen dann eine Art "two men's chain" - das ganze ist so fremd und doch so vertraut. Wir haben Parson's Farewell getanzt. Hört nicht auf! Irgend jemand ruft Drive the Cold Winter Away. Dies ist eine sehr alte Melodie im 6/8 Rhythmus. Nehmt einen elisabethanischen Partner und macht einfach, was sie euch sagen. Es handelt sich um eine Art "Reel" und bringt ein liebenswertes Durcheinander, das sich wunderschön auflöst. Vielleicht war das einer der alten Morisken, der getanzt wurde um sich für den Frühling vorbereiteten, aber jetzt ist es ein "longways for as many as will", und es ist schön. Es ist ein Contra Dance.

Ihr könnt euch jetzt nicht hinsetzen. Sie rufen nach Dull Sir John und das ist ein "Square für acht", genau Euer Fall. Paar eins "divide and around one" und die anderen machen dasselbe, dann ein zusammengezogenes "Pass through", ein Dixie chain ohne Hände und dann die alte "family waltz" Figur aus New England, wobei anstelle der Damen die Herren rundum gehen.

Wir sind zeitweise gehüpft, zeitweise gegangen und zeitweise gerannt, und alle ausser uns schienen zu wissen, wann was getan wird, aber abgesehen davon haben wir ganz klar Square Dance getanzt und Spass gehabt.

Wenn dieser lange Abend vorbei ist, haben wir eine erstaunliche Vielfalt an Pattern getanzt, viel mehr als wir heutzutage üblicherweise tanzen. Wir haben in der Mehrzahl "longways" getanzt, manche für sechs, manche für acht und manche für "so viele wie wollen". Die für sechs sind frivoler gewordene Moriskentänze, die für acht sind Square Dance, so ausgedehnt wie an dem Tag, an dem sie geboren wurden. Die für "so viele wie wollen" haben alle Figuren und Teile unserer modernen Contras. Es gibt sie zu dritt, zu zweit und als Reel, aber "niemals über Kreuz".


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