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Mr. Shaw hatte an der Theorie gearbeitet, dass die Griechen recht damit hatten, dass Tanzen ein äusserst wichtiger Teil der Kindererziehung war. Unter der Anleitung von Elizabeth Burchenal hatte er mit dem internationalen Volkstanz begonnen, jetzt war er mehr als bereit für den amerikanischen Tanz. Aber er erkannte, dass Henry Fords Buch nur die eine Hälfte dieses Tanzes bot, während die andere Hälfte direkt vor seiner Nase lag, in den kleinen Städten und bäuerlichen Gemeinden seines Westens.
Es war keine leichte Aufgabe das auszugraben. Die Caller konnten sich nur ihrer Calls erinnern wenn sie mit der Musik im Rücken vor den Tänzern standen. Die Tänzer verhielten sich fast wie Marionetten, zufrieden mit einem dünnen Repertoire. Das Tempo war tödlich langsam, und jeder misstraute dem Schnösel aus der Stadt ein bisschen, der da mit seinem Notizbuch in der Hand zum Tanz kam. Dennoch halfen die Leute, nachdem einige angefangen hatten, und andere Forscher auf der gleichen Spur öffneten füreinander ihre Aktenordner und ihre Herzen. Lloyd Shaw veröffentlichte 1939 "Cowboy Dances", ein grosses Buch, das die Lücken in Henry Fords Werk füllte. Es enthielt eine gründliche Beschreibung des Square Dance, wie er damals vom Tal des Missouri bis zu den Sierras und von North Dakota bis zum Golf von Mexiko getanzt wurde. Andere lieferten schnell ihre Beiträge dazu, einer der bemerkenswertesten davon war Herb Greggerson aus El Paso, Texas. Er war ein fanatischer Tänzer und freute sich, dass er die wundervollen Tänze aus Texas niederschreiben konnte, die hier so nah an den ursprünglichen Quellen waren. Jahrelang hielt Lloyd Shaw eine Sommerschule ab, wo er Lehrern den "ganzen" amerikanischen Volkstanz beibrachte. In seiner Cheyenne Mountain Schule bildete er Teams von Tänzern aus, die überall im Land Auftritte hatten und Lehrgänge veranstalteten. Weitere Square Dance Schulen schossen im ganzen Land wie Pilze aus dem Boden. Square Dance begann wie nie zuvor die öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Wieder einmal tanzten Tausende und schliesslich Millionen im ganzen Land. Niemand fragte in diesen Tagen nach Rounds. Man hielt es für selbstverständlich, dass die Varsouvianna, der Schottische, der Black Hawk Waltz und vielleicht der Blue Pacific Waltz getanzt wurden. Die neu dazu gekommenen Tänzer hörten hier und da einige Cues, aber es gab keine Cuer. Die Tänzer konnten diese Tänze auswendig, genau wie die Calls vieler Square Dances, z.B. Birdie in the Cage, Lady Round The Lady und Dive for the Oyster. Als ich 1951 beim Chicago International Festival auf der Galerie sass und den weiten Tanzboden voller Tänzer beobachtete, wie sich die Stars und Circles, die Grills und Boxes auftaten, die grosse überschäumende Freude bei einem Tanz wie Arkansas Traveler, da hörte ich, wie ein gelehrter Mann, der noch nie einen grossen Square Dance gesehen hatte, plötzlich ausbrach: "Das ist das Schönste, was ich je gesehen habe! Das Schönste und Bedeutsamste!". Und so war es. Der grosse "amerikanische Square Dance" hielt ein tolles Fest ab und alle seine Vorläufer schauten ihm dabei über die Schulter. |
| Erstfassung: 25. Juni 1999, Letzte Änderung 14. Januar 2025 |